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Was sind die 5 Grundpflichten des Islam? Bedeutung, Belege und Weisheit
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Was sind die 5 Grundpflichten des Islam? Bedeutung, Belege und Weisheit

Veröffentlicht am 10. August 20268 Min. LesezeitAllgemein

Das religiöse Leben eines Muslims ruht auf fünf Grundlagen: das Glaubensbekenntnis aussprechen, die fünf täglichen Gebete verrichten, die Zakat entrichten, im Ramadan fasten und – wer die Mittel hat – die Hadsch vollziehen. Es sind keine fünf voneinander losen Pflichten, sondern die tragenden Säulen, die den Glauben aufrecht halten und dem Gläubigen eine ganze Lebensordnung geben.

Dieser Rahmen stammt aus dem Hadith von Dschibril. Auf die Frage, was der Islam sei, zählte der Prophet Muhammad (s.a.v.) die fünf Bedingungen einzeln auf; daraus ergibt sich ein Gefüge, das sowohl die Bindung des Dieners an seinen Herrn als auch seinen Platz unter den Menschen ordnet. Jede Grundpflicht wird im Folgenden über ihre Definition, ihren Belegtext, ihre Rechtsvorschrift und die dahinterliegende Weisheit behandelt.

1. Das Glaubensbekenntnis: Der erste Schritt in den Islam

Das Wort Schahada bedeutet bezeugen, bekennen, anerkennen. Genau das leistet das Bekenntnis: Es bringt die Überzeugung, die das Herz schon trägt, in Worte. Ohne diesen Satz tritt niemand in den Islam ein – deshalb ist die Schahada nicht bloß die erste Bedingung, sondern der Boden, auf dem die vier folgenden stehen.

أَشْهَدُ أَنْ لَا إِلٰهَ إِلَّا اللهُ وَأَشْهَدُ أَنَّ مُحَمَّدًا عَبْدُهُ وَرَسُولُهُ

Eschhedu en la ilahe illallah we eschhedu enne Muhammeden abduhu we resuluhu.

„Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah, und ich bezeuge, dass Muhammad Sein Diener und Sein Gesandter ist.“

In diesem einen Satz stecken zwei Bekenntnisse: die Existenz und Einheit Allahs und die Stellung Muhammads (s.a.v.) als Sein Diener und letzter Prophet. Im Hadith von Dschibril nannte der Prophet das Bezeugen beider als erste Bedingung des Islam. Ihrer Weisheit nach reinigt die Schahada das Herz von jeder Form der Beigesellung und richtet es allein auf den Schöpfer; zugleich beginnt hier das Identitäts- und Zugehörigkeitsbewusstsein eines Muslims.

2. Das Gebet: Die Säule der Religion und die Begegnung des Dieners mit seinem Herrn

Das Gebet ist eine körperliche Pflicht, die jedem Muslim bei Verstand und nach Erreichen der Pubertät fünfmal täglich obliegt. Es wird zu festgelegten Zeiten in Richtung der Qibla verrichtet, mit Grundelementen wie Stehen, Beugen und Niederwerfen. Der Koran betont sein Gewicht in zahlreichen Versen:

وَاَق۪يمُوا الصَّلٰوةَ وَاٰتُوا الزَّكٰوةَ

We ekimu's-salate we atu'z-zekate.

„Verrichtet das Gebet aufrichtig und entrichtet die Zakat.“ (al-Baqara, 2:43)

Die Gebetspflicht ist durch Koran, Sunna und den Konsens der Gelehrten belegt. Das absichtliche Unterlassen aus Faulheit zählt zu den großen Sünden; solange jemand die Pflicht nicht leugnet, behält er seinen Status als Muslim.

Die fünf Gebetszeiten des Tages

  • Morgengebet: von der wahren Morgendämmerung bis zum Sonnenaufgang.
  • Mittagsgebet: beginnt, wenn die Sonne ihren höchsten Stand überschritten hat, und reicht bis zum Eintritt der Nachmittagszeit.
  • Nachmittagsgebet: von dem Punkt, an dem die Schatten ein bestimmtes Verhältnis erreichen, bis zum Sonnenuntergang.
  • Abendgebet: beginnt kurz nach Sonnenuntergang und dauert bis zum Verschwinden der Dämmerung.
  • Nachtgebet: tritt mit dem Verschwinden der Dämmerung ein und reicht bis zur Imsak-Zeit.

Die Weisheit des Gebets liegt darin, den Diener Allah näherzubringen, die Seele zu disziplinieren und den Menschen vom Unrecht zurückzuhalten. Fünfmal am Tag vor Allah zu treten schützt den Charakter, schult das Selbst und hält eine stetige Achtsamkeit im Alltag wach.

3. Die Zakat: Die Pflicht, die das Vermögen läutert

Die Zakat ist die finanzielle Pflicht, mit der der Islam soziale Solidarität und wirtschaftliches Gleichgewicht herstellt. Wörtlich bedeutet das Wort reinigen, vermehren, läutern. In der Praxis heißt das: Wer ein Vermögen in Höhe des Nisab besitzt – etwa 80,14 g Gold oder dessen Gegenwert –, gibt davon ein Vierzigstel, also 2,5 Prozent, nach den vorgeschriebenen Regeln an Bedürftige ab.

خُذْ مِنْ اَمْوَالِهِمْ صَدَقَةً تُطَهِّرُهُمْ وَتُزَكّ۪يهِمْ بِهَا

Chuz min emwalihim sadakaten tutahhiruhum we tuzekkihim biha.

„Nimm von ihren Gütern die Zakat, damit du sie reinigst und läuterst.“ (at-Tawba, 9:103)

Die acht Gruppen, denen die Zakat zusteht

Wer die Zakat empfangen darf, ist im Koran ausdrücklich benannt (at-Tawba, 9:60):

  • Die Armen
  • Die Bedürftigen
  • Diejenigen, die mit der Erhebung der Zakat beauftragt sind
  • Diejenigen, deren Herzen für den Islam gewonnen werden sollen
  • Diejenigen, die aus der Sklaverei befreit werden sollen
  • Die von Schulden Belasteten
  • Diejenigen, die auf dem Weg Allahs sind
  • Der auf der Reise Gestrandete

Die Weisheit der Zakat wirkt in mehrere Richtungen: Sie befreit den Reichen vom Geiz, bringt Segen in das Vermögen, sorgt für den Armen und festigt die Brüderlichkeit zwischen den sozialen Schichten. So sammelt sich der Reichtum nicht in wenigen Händen; Produktion, Kreislauf und Solidarität werden gemeinsam gestützt. Den fälligen Betrag ermittelt unser Zakat-Rechner.

4. Das Fasten: Willensschulung und Erziehung des Selbst

Fasten bedeutet, im Monat Ramadan von der Imsak-Zeit bis zum Sonnenuntergang mit der Absicht des Gottesdienstes auf Essen, Trinken und Geschlechtsverkehr zu verzichten. Es ist Pflicht für jeden Muslim, der bei Verstand, gesund und ansässig ist.

فَمَنْ شَهِدَ مِنْكُمُ الشَّهْرَ فَلْيَصُمْهُ

Femen schehide minkumu'sch-schehra felyesumhu.

„Wer von euch den Monat Ramadan erlebt, der soll fasten.“ (al-Baqara, 2:185)

Fälle, in denen das Fasten unterbleiben darf

  • Schwere Krankheit oder die Gefahr, dass das Fasten der Gesundheit schadet
  • Eine nach islamischem Recht zulässige Reise
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Hohes Alter und eine Schwäche, die das Fasten unmöglich macht
  • Menstruation und Wochenbett

Die aus diesen Gründen versäumten Fastentage werden nachgeholt, sobald der Grund entfällt; bei dauerhaften Umständen wie dem Alter erfolgt der Ausgleich durch Fidya. Das ohne triftigen Grund unterlassene Fasten im Ramadan ist eine schwere Sünde und kann sowohl das Nachholen als auch eine Sühne erfordern.

Die Weisheit des Fastens sammelt sich um die Geduld: Der Mensch versteht die Lage des Armen, indem er sie selbst erlebt, erkennt den Wert dessen, was er hat, und lernt, seine Begierden zu zügeln. Der Prophet (s.a.v.) bezeichnete das Fasten als Schutzschild gegen das Böse und gegen das Feuer.

5. Die Hadsch: Die heilige Reise, einmal im Leben

Die Hadsch ist für jeden Muslim, dessen Mittel und Gesundheit es zulassen, einmal im Leben Pflicht. Das Anlegen des Ihram innerhalb eines festgelegten Zeitraums, der Aufenthalt in Arafat sowie der Besuch der Kaaba mit dem Tawaf bilden ihre grundlegenden Elemente.

وَلِلهِ عَلَى النَّاسِ حِجُّ الْبَيْتِ مَنِ اسْتَطَاعَ اِلَيْهِ سَب۪يلاً

We lillahi ale'n-nasi hiccu'l-beyti meni'stetaa ileyhi sebila.

„Die Pilgerfahrt zum Haus ist eine Pflicht der Menschen gegenüber Allah, für jeden, der den Weg dorthin aufbringen kann.“ (Al-i Imran, 3:97)

Die Weisheit der Hadsch liegt darin, Muslime aus allen Teilen der Welt zur gleichen Zeit am gleichen Ort zusammenzuführen und dabei Unterschiede von Herkunft, Sprache, Hautfarbe und sozialem Stand auszulöschen. Das Ihram erinnert an den Tag der Versammlung und an die Kürze dieses Lebens; alle Elemente der Hadsch festigen das Bewusstsein des Tauhid.

Was die fünf Grundpflichten gemeinsam bewirken

Einzeln gelesen wirken die fünf Grundpflichten wie getrennte Gottesdienste; zusammen gelesen bilden sie ein Ganzes. Das Glaubensbekenntnis legt das Fundament des Glaubens, das Gebet hält das Herz den Tag über an Allah gebunden, das Fasten erzieht das Selbst, die Zakat läutert das Vermögen und sichert soziale Gerechtigkeit, und die Hadsch ist der Gipfel, auf dem all diese Tugenden im Maßstab der ganzen Gemeinschaft zusammentreffen. Jede Pflicht ordnet sowohl das Verhältnis des Dieners zu seinem Herrn als auch den Umgang mit den Menschen um ihn.

Diese Übereinstimmung der Gottesdienste formt die Lebensweise eines Muslims als ein Stück: Sie stärkt den persönlichen Charakter und nährt gleichzeitig den Frieden der Gesellschaft, in der er lebt. Wo das Opfer in diesem Ganzen steht, erklärt Was ist Kurban?, und die gesegneten Tage und Nächte des Gottesdienstkalenders unser Leitfaden Kandil-Nächte.

Quellen

  • Koran: al-Baqara 2:43, 2:185; Al-i Imran 3:97; at-Tawba 9:60, 9:103.
  • Hadithe: Buchari, Iman, 1-2; Muslim, Iman, 1 (Hadith von Dschibril); Muslim, Hadsch, 412.

Häufig gestellte Fragen

Das Glaubensbekenntnis sprechen, fünfmal täglich beten, die Zakat entrichten, im Ramadan fasten und, wer dazu in der Lage ist, die Hadsch vollziehen. Der Prophet (s.a.v.) hat diese fünf im Hadith von Dschibril einzeln aufgezählt.

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